Bisher hat sich unsere Blog-Serie vorrangig theoretisch mit Social Media für Non-Profits auseinandergesetzt. In unserem letzten Artikel der Serie möchten wir die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Non-Profit Social Media Kampagnen zusammenfassen und Dir einige sehr gute Beispiele vorstellen. Wir hoffen, Dir damit eine ordentliche Portion Inspiration für Deine eigene Kampagne mitzugeben.

1. Emotion

Gefühle sind ein starker Treiber im Leben der Menschen. Auch auf sozialen Medien sind sie ausschlaggebend dafür, ob wir uns mit einem Posting näher auseinandersetzen oder nicht. Daher ist es für den Erfolg Deiner Kampagne extrem wichtig, Emotionen zu wecken. 

Für emotionalisierende Kampagnen gibt es viele hervorragende Beispiele, doch diese beiden gefallen uns besonders gut:

 

Love has no Labels 

Die gemeinnützige, amerikanische Werbeagentur Ad Council erdachte eine sehr erfolgreiche Kampagne gegen Hassverbrechen und für mehr Diversität und Inklusion. Dafür nahmen sie Videos auf, die nicht nur überraschend, sondern auch hoffnungsvoll, liebevoll und positiv sind. Die Kampagne beinhaltete zwar auch andere Kanäle als Social Media, doch die Online Videos gingen viral und erzeugten ein starkes Kampagnen-Momentum:

Kannst Du Dir dieses Video ansehen, ohne zu lächeln?

Hier findest du alle Kampagnen-Materialien zur Inspiration: Ad Council 

 

#LastSelfie

Der WWF nutzte die Eigenheiten von Snapchat perfekt, um auf das Artensterben aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Die Organisation postete “Selfies” von aussterbenden Arten und inkludierte neben dem Hashtag #LastSelfie einen Spendenaufruf per SMS. Fotos auf Snapchat verschwinden nach 10 Sekunden wieder, was die Dramatik des Themas ideal verdeutlichte. 

Mit dieser Idee erreichte der WWF tausende junge Menschen und nahm zahlreiche Spenden ein. In diesem Video wird die Kampagne sehr gut zusammengefasst: 

 

2. Aktuelle Trends und Entwicklungen aufgreifen

Social Media ist kurzlebig und spiegelt stets aktuelle Entwicklungen und Trends wider. Das kannst Du Dir zunutze machen, so wie es die beiden Organisationen in unseren Beispielen getan haben:

 

Greenpeace VW Kampagne

Im Zuge des VW-Abgas-Skandals und der Weigerung des Konzerns, CO2-Emissionen zu reduzieren, startete Greenpeace eine Kampagne gegen den Autoriesen. In dem Kampagnenvideo spielt die Organisation auf die damals aktuelle VW Werbung an:

 

Auf der dazugehörigen Kampagnen-Landingpage konnte eine Petition gegen VW unterschrieben werden. Die Kampagne läuft übrigens heute noch: https://greenwire.greenpeace.de/vw-kampagne 

 

The Salvation Army Südafrika: #TheDress

Vielleicht kannst Du Dich noch an das Kleid erinnern, das innerhalb kürzester Zeit die sozialen Medien eroberte. Man konnte es entweder weiß/gold oder blau/schwarz sehen – die optische Täuschung sorgte für viel Gesprächsstoff auf allen Kanälen. The Salvation Army Südafrika nutzte das, um sehr kreativ ein ernstes Thema anzusprechen.

Unter dem Slogan “Why is it so hard to see black and blue?” kampagnisierte die Organisation gegen Gewalt an Frauen:

(c) The Salvation Army https://twitter.com/SASalvationArmy/status/573788726632935424/photo/1

 

WATERisLIFE: #firstworldproblems

Die Organisation WATERisLIFE zeigte mit ihrer Kampagne eindrücklich, welche Chance im schlauen Einsatz von Hashtags verborgen liegt. Sie nutzten für Ihre Kampagne den bekannten und oft verwendeten Hashtag #firstworldproblems, unter dem sich Social Media Nutzende ironisch über ihre Alltagsprobleme in der westlichen Welt auslassen. 

Die Kampagne beinhaltete ein emotionalisierendes Video, aus dem deutlich hervorgeht, dass “First World Problems” keine echten Probleme sind:

 

3. Peer-to-Peer: Reichweite nutzen

Social Media ist der ideale Kanal, um Peer-to-Peer Fundraising zu nutzen. Die Gründe dafür sind simpel: 

  • über Likes und Shares können riesige Reichweiten erzielt werden
  • Menschen spenden eher, wenn das ein ihnen bekannter Mensch ebenfalls getan hat

Über Spendenaktionen können Unterstützende selbst zu Fundraiser*innen werden und Spenden in ihrem Umfeld sammeln. Als Organisation kannst Du Deine Spender*innen dazu motivieren, aktiv zu werden und das auch gleich in Deine nächste Social Media Kampagne einbetten. Charity:Water hat genau das getan und rief dazu auf, im September unter dem Hashtag #nothingiscrazy eigene Ideen für den guten Zweck umzusetzen. Dazu haben sie ein mitreißendes, positives Video gedreht:

 

4. Influencer*innen & Promis gewinnen

Menschen mit großen Reichweiten und vielen Fans sind ideale Botschafter*innen für Dein Anliegen. Sie können Deine Kampagne bekannt machen, ihr in verschiedenen Phasen zu mehr Drive verhelfen und vielleicht sogar andere Influencer*innen & Promis motivieren mitzumachen. So kann eine große Multiplikator-Wirkung eintreten, die für den Erfolg Deiner Kampagne wichtig ist.

Influencer*innen gibt es für alle Themen, die Du Dir ausdenken kannst (und noch mehr). Promis haben oft ein bestimmtes Thema, mit dem sie sich stark identifizieren – aber auch hier gibt es zu jedem Thema den passenden Promi. Kämpft Deine Non-Profit z. B. gegen den Klimawandel? Dann mach dieses abstrakte Thema an greifbaren Dingen fest – z. B. dem Abschmelzen der Gletscher. Du kannst z. B. zu einer Challenge aufrufen und Influencer*innen und Promis aus den Bereichen Naturfotografie, Bergsport, Nachhaltigkeit & Umwelt bitten mitzumachen.

Auch hier passt die Kampagne von Charity:Water gut als Beispiel, da sie viele bekannte Personen gewinnen konnten und diese sehr gut in Szene setzten: Case Study Charity Water

(c)https://upleaf.com/nonprofit-resources/online-fundraising/case-study-charity-water/

5. Interaktives & Gamification

Menschen erfolgreich zu mobilisieren und zu aktivieren ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Social Media Kampagnen. Neben den bereits genannten Aspekten kannst Du auch auf Interaktives und Gamification setzen. Ob das nun eine spezielle App ist wie bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe, oder eine Challenge – was zählt ist Kreativität und Spaß.

Das wohl bekannteste Beispiel für eine Charity Challenge ist bestimmt die Ice Bucket Challenge, aber es gibt noch viele weitere tolle Ideen. Die #ArmWrestleChallenge der Make-a-wish Foundation hat uns besonders beeindruckt. Die Idee ist unterhaltsam für die Durchführenden und die Zuschauenden und es ist ein schlauer Spendenaufruf inkludiert: Der*die Gewinner*in des Armdrückens spendet, der*die Verlierer*in muss die Spende verdoppeln.

Auf Youtube findest Du zahlreiche Videos zu der viralen Kampagne: Arm Wrestle Challenge auf Youtube

 

Mit Kreativität und Reichweite zum Erfolg

Gute Social Media Kampagnen werden nicht von heute auf morgen ins Leben gerufen. Ihnen geht viel Planung und Vorarbeit voran, sie müssen begleitet und betreut und im Anschluss ausgewertet und evaluiert werden. Doch wenn der magische Dreiklang zwischen kreativer Idee, guter Organisation und Reichweite erreicht wird, steckt eine Menge Potential für Deine Non-Profit und Deine Mission in sozialen Medien!

In unserem Netzwerk an Partner*innen findest Du viele Menschen mit Expertise, die Dich bei Deinen Social Media Aktivitäten unterstützen können: Partner*in finden

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Karin ist unsere Content-Spezialistin. Hier kann sie ihre langjährige Erfahrung im Non-Profit-Bereich optimal für unsere Kunden einsetzen und tun, was sie liebt: Schreiben! Mit großer Leidenschaft setzt sie sich dafür ein, Non-Profits den Weg zur Digitalisierung zu vereinfachen: "Durch Digital Fundraising können gemeinnützige Organisationen ihre Ziele noch schneller erreichen und so eine bessere Welt für uns alle schaffen. Gibt es etwas Schöneres, als an dieser Vision mitzuarbeiten?"

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